Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Rundbrief 2/2012 wonach sehnen wir uns?

Bei meinen Überlegungen habe ich nachgedacht, wann und wonach ich mich sehne. Eingefallen sind mir ganz kleine Dinge - z. B. sehne ich mich nach gewohnten Gegebenheiten - eigenes Bett, gewohnte Kost - , wenn ich einige Tage woanders verbringe. Nach einigen Woche Urlaub in ländlicher Umgebung sehne ich mich nach den Bequemlichkeiten und kulturellen Möglichkeiten, die mir die Stadt Wien bietet.

Allerdings kann es auch in umgekehrter Richtung gehen, dass ich mich nach der langen Winterzeit auf die ersten Frühlingsboten und die Gartenarbeit freue. Manches Mal denke ich, dass unsere Sehnsucht immer auf das gerichtet ist, was wir gerade nicht haben. Ziel der Sehnsucht ist aber immer etwas, was ich zumindest zum Teil schon kenne und was ich als schön, bereichernd, erfüllend, .... erlebt habe.
Aber am meisten sehne ich mich nach Menschen, die mir etwas bedeuten, wenn ich lange nichts von ihnen gehört oder sie lange nicht gesehen habe. Obwohl wir durch die Technik hier in unserer Zeit viele Möglichkeiten der Kommunikation haben (Handy, E-mail,), den persönlichen Kontakt, kann das alles nicht ersetzen.
Vor seinem Leiden war auch für Jesus die Nähe der Jünger wichtig - "Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen." (Lk 22,15) Die Sehnsucht nach Gleichgesinnten, nach anderen Christen findet sich auch in den Briefen des Paulus "Denn ich sehne mich danach, euch zu sehen." (Röm 1,11, 15,23)
Paulus kennt aber noch eine ganz andere Sehnsucht - die nach Christus. Im Philipperbrief ist der Abschnitt 3,7-21 mit den Worten "Sehnsucht nach voller Gemeinschaft mit Christus" überschrieben. Paulus steht hier in der biblischen Tradition, denn in vielen Gebeten des ersten Testaments kommt die Sehnsucht des Menschen nach Gott zum Ausdruck. "Deinen Namen anzurufen und an dich zu denken ist mein Verlangen. Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, auch mein Geist ist voll Sehnsucht nach dir." (Jes 26,8) Der Psalm 42 (GL 726) ist überschrieben mit - "Sehnsucht nach dem lebendigen Gott" und der Psalm 63 (GL 676) mit "Sehnsucht nach Gott". Hier dient der Durst als Bild für die Sehnsucht.
Wonach sehne ich mich? Mit welchem Bild könnte ich meine Sehnsucht vergleichen?
  Susanne Kopeszki (RB der ED Wien 2/2012)