Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Rundbrief 3/2012 glauben

In meiner Schulzeit hat es immer geheißen - glauben heißt nichts wissen. Das ist sicher dann der Fall, wenn man sagt: ich glaube, dass es morgen regnet, oder ich glaube, dass der Weg dort weiterführt. In solchen Fällen ist es durchaus möglich, dass ich falsch liege. Glaube bedeutet in dem Fall ich meine das, ich vermute das.

Im alltäglichen Leben glauben wir vieles. Wir glauben, was uns Wissenschaftler über das Weltall oder unsere Erde erzählen, wir glauben, (zumindest sehr oft) was wir in den Nachrichten sehen oder hören. Wir glauben, den Angaben zu Inhaltsstoffen von Nahrungsmitteln oder anderen Produkten. In all diesen Fällen glaube ich eine Sache, etwas, ich halte es für wahr. Ich glaube einer Informationsquelle, die es mir glaubwürdig bestätigt. In manchen Fällen, kann ich durch eigene Erfahrung Bestätigung erhalten.
Etwas anderes ist es, einem Menschen zu glauben. Dann meint das ich glaube dir, ich vertraue dir. Ich glaube, dass du mich magst, dass du mein bestes willst. Wenn mir jemand sagt: ich glaube, du kannst das, dann kann das in mir, wenn ich ihm glaube und darauf vertraue, Kräfte und Fähigkeiten hervorbringen, die ich allein auf mich gestellt, nie gehabt hätte.
Im Religiösen meint glauben - sich vertrauensvoll Gott anheim geben, sich ihm anvertrauen. Zum Glauben gehört auch der Wille zum Glauben. Ich vertraue darauf, dass das, was mir gesagt wird, auch der Wahrheit entspricht. Zusammengefasst ist das im Glaubensbekenntnis, das bei der Taufe der Täufling selbst spricht oder stellvertretend seine Eltern und Paten. Ich glaube an Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, ich glaube an Jesus Christus seinen Sohn, der Mensch geworden ist und durch sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung mir den Weg zum Vater geöffnet hat. Ich glaube an den Heiligen Geist, der in mir und der Kirche lebt und wirkt und dadurch die Kirche aufbaut.
Glaube ist aber auch Geschenk, Gnade, das ich unverdient erhalte. Ich wurde in einem christlichen Land geboren, habe an meinen Eltern und meiner Umgebung abgeschaut und gelernt, was glauben heißt und habe mich selbst dazu entschieden, diesen Glauben zu übernehmen und mein Leben danach auszurichten.
Es ist mir aufgetragen, mich mit den Inhalten des Glaubens vertraut zu machen und mein Glaubenswissen zu erweitern. So wie ich im gewöhnlichen Leben dazulerne, Neues erfahre, anders denke als als Kind bin ich gefordert im Glauben dazuzulernen damit der Glaube in meinen Lebenssituationen tragen kann. Viele bleiben bei dem, was sie in der Schule im Religionsunterricht gelernt haben und sind verwundert, dass der Glaube in den Anforderungen des Erwachsenen oder des Alters keinen Halt gibt. Niemand würde meinen, dass Kinderschuhe ein Leben lang passen. Vom Kinderglauben allerdings erwarten sie das schon.
So gesehen ist es meine Aufgabe, mit der Gnade, die mir in Taufe und Firmung geschenkt wurde, mitzuarbeiten und mich um eine Stärkung des Glaubens zu mühen. Tag für Tag ein Leben lang.
Dazu bieten sich mir täglich viele Gelegenheiten, die ich nützen kann und soll.
  Susanne Kopeszki (RB der ED Wien 3/2012)