Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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In zwei Richtungen
In den Wochen nach dem Erscheinen der letzten PN wurde ich mehrmals auf unser Pfarrblatt angesprochen - und zwar in anerkennender und lobender Weise. Besonders durch die sehr persönlich gehaltenen Beiträge über Lourdes und die Bibelgespräche fühlte man sich angesprochen. Die Reihe der zwölf "kleinen Propheten" beendeten wir im Oktober mit dem Propheten Hosea.

In seinem Buch wird er nicht müde, auf die Einwirkung Gottes hin seinen Zeitgenossen ihr Fehlverhalten im sozialen Bereich, im Umgang mit den Mitmenschen zu geißeln. In ähnlicher Weise tun dies die anderen Propheten über einen Zeitraum von gut 400 Jahren. Unterdrückung der Schwachen, Ungerechtigkeit, Gewinnsucht auf Kosten der Schwächeren, verantwortungsloses In-den-Tag-Hineinleben - um nur einiges zu nennen - wird mit harten Worten gebrandmarkt als ein Fehlverhalten, dass völlig den Absichten und dem Wollen Gottes widerspricht.
Sie verneinen damit eine Richtung, eine Seite, eine Konsequenz des Glaubens, die horizontale, die Mitmenschlichkeit. Das wird, wenn sie dabei verbleiben, nicht ohne Folgen bleiben.

Glaube hat aber noch eine andere, eine zweite Richtung - die vertikale. Gott erlässt nicht als unbeteiligter Gesetzgeber Regeln, deren Übertretung er eine Weile zusieht, um dann endlich strafend einzuschreiten. Er hat sich in liebender Weise den Menschen zugewandt. Gerade die Weihnachtszeit erinnert uns wieder an diese Zuwendung Gottes. Sein Sohn wurde einer von uns. Seine Liebe gilt jedem Menschen. Sie nur horizontal, auf der Ebene der Mitmenschlichkeit zu beantworten, ist zu wenig.

Eine Möglichkeit, auf diese liebende Zuwendung Gottes zu antworten, ist zweifellos das Gebet, das persönliche wie auch das gemeinsame. Ich habe in den letzten Paulaner Nachrichten mit der Frage - frei nach Goethe - meinen Leitartikel mit der Frage geschlossen: Wie halten wir es mit dem Beten?

  Diese vertikale Richtung unseres Glaubens scheint heute in Vergessenheit zu geraten. Sie ist Ausdruck, Zeichen unseres Vertrauens auf einen persönlichen Gott, der uns liebt, unser, mein Wohl und Heil im Auge hat, auf meine bejahende Antwort wartet.
  Er schenkt sich uns ganz, ihm ist es ernst mit seiner Liebe - Weihnachten erinnert uns daran!
meint Ihr Pfarrer Franz Wilfinger