Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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  Freund des Lebens
Vom 15. bis 22. April 2013 fand das so genannte "Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien" statt, das erstmals das Verhältnis des Staates zu den 14 in Österreich gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften infrage stellt. Im Ö1 Mittagsjournal am Karsamstag betonte Kardinal Schönborn: Das "Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien" betrifft die Grundrechte aller Religionen, nicht bloß der katholischen Kirche: Alle gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich - "das sind 14 an der Zahl" - sind Körperschaften öffentlichen Rechts. Es gehe hier um die sehr viele grundlegendere Frage: "Welche Rolle spielen Religionen im öffentlichen Leben? Welchen Platz haben Religionen in einer säkularen Gesellschaft?" .
In seinem bei Rowohlt 2012 schreibt der Berliner Redakteur der "Zeit": "Wir leben nicht nur in einer Gesellschaft mit wachsender Religionsfeindschaft. Wir steuern auf eine Kultur des religiösen Analphabetissmus zu". Sein Buch erschien unter dem Titel: Die Verteidigung des Menschen - Warum Gott gebraucht wird.
Es will aufzeigen, dass Religion ihrem Wesen nach keine Gefahr für den Menschen, sondern im Gegenteil eine Bastion der Humanität ist. So erwidert er auf den Vorwurf der Gegner der Religion, dass Gott den Menschen klein macht: "Das stimmt nicht. Gott macht den Menschen groß und schützt ihn. Denn der Mensch ist für Gott ein Gegenüber, sie sind einander Ich und Du. Mit der Gottebenbildlichkeit des Menschen ist etwas Neues und Besonderes in die Welt gekommen - am radikalsten im Christentum, wo Gott Mensch geworden ist, die menschliche Natur angenommen hat".
Damit bekommt das bekannte Wort aus dem griechischen Altertum: Erkenne dich selbst eine ganz neue Bedeutung. Erstaunlicherweise bedeutet dieses Wort für die Kirchenväter nicht, dass der "Mensch seine Kümmerlichkeit einsehen soll, sondern seine Glorie, seine Berufung als Gottes Ebenbild. Die Erlösung durch Christus hat uns die durch die Sünde verlorene Stellung wiedergegeben." Gott, du hast den Menschen wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erneuert - heißt es in einem Gebet. Statt Mensch, erkenne ich selbst kann es nun heißen: Christ, bedenke deine Würde.
Die Osterkerze in unserer Kirche ziert heuer die Aufschrift: Christus, du Freund des Lebens. Bejahung und Hoffnung können aus diesem Wort herausgehört werden, aber ebenso die Einladung, auf die Freundschaft Gottes zu in rechter Weise eine Antwort suchen. Diese Antwort gründet in einer persönlichen Entscheidung, wird und muss sich aber auch in der Öffentlichkeit zeigen.
meint Ihr Pfarrer Franz Wilfinger

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