Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

e-mail

Startseite Franz Wilfinger Artikel Vorträge-Veranstaltungen Susanne Kopeszki Rundbriefartikel Rezepte Verschiedenes Berufsgemeinschaft-Phh

  Weisheit und Stärke
Es ist erstaunlich, (und auch zum Schmunzeln anregend), wenn Jugendliche Gründe für den Empfang der Firmung angeben. So schrieb mir heuer ein Firmling (14 Jahre), er lasse sich firmen, damit er einmal kirchlich heiraten kann. Einerseits sehr vorausschauend gehandelt in Bezug auf ein mögliches künftiges Ereignis. Andererseits bleibt unerwähnt, was die Firmung für die Gestaltung der Gegenwart bedeuten könnte. Was soll man als gewöhnlicher Sterblicher mit den Gaben des Heiligen Geistes anfangen, etwa mit der Weisheit oder der Stärke anfangen?
Sind das nicht „verschrobene, gefühlsduselnde Wortbilder“, wie es Erik Flügge in seinem Buch “Jargon der Betroffenheit“ Theologen und Predigern vorwirft?
Manchmal kommt einem der ´Zufall` zu Hilfe. So habe fand ich in einem Gebet aus dem 18. Jahrhundert eine – wie ich glaube – einleuchtende Erklärung - für die Gabe der Weisheit und ihre Bedeutung für die Gestaltung des Alltags. Dies nicht nur für Jugendliche, sondern für alle Lebensabschnitte. Es ist kurz und leicht zu merken:
„Gib mir, Gott, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

[ Friedrich Christoph Oetinger 1702 – 1782]
Mit der Weisheit allein ist es wohl nicht getan. Denn aus eigener Erfahrung wissen wir alle, dass es nicht leicht und selbstverständlich ist, das für einem als richtig Erkannte auch umzusetzen, durchzuführen und durchzuhalten. Dazu braucht es eine innere Stärke. Darum ist es wohl – wieder für alle Lebensalter – wichtig, um die Gabe der Stärke zu bitten. Einflüsse von außen können mich hindern, das für mich Richtige durchzuführen oder – zutragen. Die eigene Bequemlichkeit trägt das Ihr dazu bei, das einmal als gut und richtig Erkannte umzusetzen, denn es ist vielleicht mit Schwierigkeiten oder mit Anstrengung verbunden, Gewohntes wäre vielleicht aufzugeben, wer weiß, ob das Angestrebte gelingen wird. Die Ausflüchte ließen sich zwanglos noch weiterführen.

Jesus hat den Seinen den Heiligen Geist zugesagt. Jedes Pfingstfest erinnert uns daran. Es liegt an uns, mit dem Heiligen Geist mitzuwirken und ihn zu bitten, uns mit seinen Gaben zu helfen, als „Geistträger“ zu leben – zum eigenen Heil und der uns Anvertrauten

meint Ihr Pfarrer Franz Wilfinger

zurück zur Artikelauswahl