Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Ein Glaubensweg
Am 1. Jänner 1922 empfing Dr. Edith Stein die Taufe. Sie wurde 1891 in Breslau als Kind jüdischer Eltern geboren. 1906 wendete sie sich von ihrem jüdisch-traditionellen Kinderglauben ab und bezeichnete ich selbst als Atheistin. Sie studierte Psychologie, Philosophie und Germanistik. Ihr Ringen und Suchen führte sie zum katholischen Glauben und zur Kirche. 1933 trat sie in Köln in den Karmel ein (Ordensname: Teresia Benedicta a Cruce). Am 2. August 1942 wurde sie in Echt (Niederlanden) verhaftet und starb vermutlich am 9. August 1942 zusammen mit ihrer Schwester Rosa in der Gaskammer. Einer kleinen Schrift "Karmelfreunde" 4/2011 sind die folgenden Zitate entnommen. Sie fügen sich gut in das "Jahr des Glaubens" ein, das Papst Benedikt XVI. angekündigt hat..
" .die noch erfolgreiche Studentin ist hart im Urteil
Wenn auch die große Mehrzahl der Studenten stumpf dahinlebte (ich nannte sie in zorniger Verachtung "die Idioten" und hatte in den Hörsälen keinen Blick für sie, so stand ich doch mit meinen Idealen nicht allein und fand bald Gesinnungsgenossen.
.im Rückblick erkennt Edith ihre Selbsttäuschung
Zu Hause wagte mir kaum noch jemand etwas zu sagen; meine Freundinnen hingen mit Liebe und Bewunderung an mir. So lebte ich in der naiven Selbsttäuschung, dass alles an mir recht sei: wie es bei ungläubigen Menschen mit einem hochgespannten ethischen Idealismus häufig ist. Weil man für das Gute begeistert ist, glaubt man selbst gut zu sein. Ich hatte es auch immer als mein gutes Recht angesehen, auf alles Negative, was mir auffiel, auf Schwächen und Irrtümer, Fehler anderer Menschen, schonungslos den Finger zu legen, oft in spottendem und ironischen Ton. Es gab Leute, die mich "entzückend boshaft" fanden.
und die Welt des Glaubens stand plötzlich vor mir
Im Austausch mit dem Philosophen Max Scheler lernt Edith schließlich auch die katholische Kirche näher kennen.
Das war meine erste Berührung mit dieser mir völlig unbekannten Welt. Die Schranken der rationalistischen Vorurteile, in denen ich aufgewachsen war, ohne es zu wissen, fielen, und die Welt des Glaubens stand plötzlich vor mir. Menschen, mit denen ich täglich umging, zu denen ich mit Bewunderung aufblickte, lebten darin.
Jesus ist das Ebenbild Gottes
Das Ebenbild Gottes in Menschengestalt, es ist unter uns getreten im Menschensohn Jesus Christus. Wenn wir dieses Bild betrachten, wie es im schlichten Bericht der Evangelien zu uns spricht, dann öffnet es unsere Augen. Je besser wir den Heiland kennen lernen, desto mehr werden wir überwältigt von dieser Hoheit und Milde. Und je tiefer dieses Gottesbild in uns eindringt, je mehr es unsere Liebe weckt, desto empfindlicher werden wir für alle Abweichungen von ihm in uns und in anderen: Es werden uns die Augen geöffnet für wahre Menschenkenntnis, frei von aller Beschönigung. Um ein ganzes Menschenleben mit göttlichem Leben zu durchdringen, dazu genügt es nicht, einmal im Jahr vor der Krippe zu knien und sich vom Zauber der Heiligen Nacht gefangen nehmen zu lassen. Dazu muss man das ganze Leben lang im täglichen Verkehr mit Gott stehen, auf die Worte hören, die er gesprochen hat und die uns überliefert sind, und diese Worte befolgen."
Papst Johannes Paul II. hat sie am 11. Oktober 1998 heilig gesprochen. Ihr Gedenktag wird am 9. August begangen
Ihr Pfarrer Franz Wilfinger

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