Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Rundbrief 3/2026 Zeichen der Anwesenheit
Weisheit des Mönches
An manchen Gebäuden, zum Beispiel Schlössern zeigt eine Fahne an, ob der Besitzer oder die Bewohnerin hier anwesend, und anzutreffen ist.

Es gibt aber auch manche Zeichen an denen man erkennen kann, ob jemand anwesend ist. Hin und wieder brennt ein Licht, der Eingang ist sauber und viele andere kleine Zeichen, an denen man das erkennen kann.

Der Sommer ist die Zeit, in der viele auf Urlaub gehen und an ihrem Wohnort nicht anwesend sind. Im Normalfall versucht man es dann so zu organisieren, dass das nicht auffällt, das jemand die Blumen gießt, die Post ausräumt und so weiter. Man will ja keine ungebetenen Gäste.
Manche meiner Bekannten, denen der Partner gestorben ist, sagen, dass sie immer noch das Gefühl haben, dass der oder die andere da ist. Dass sie auch mit der/dem Verstorbenen reden. Bilder oder andere Erinnerungsstücke haben wir alle, die uns an liebe Menschen erinnern. Sie gewissermaßen in unsere Gegenwart holen, sie bei uns da sein lassen.

Eine offene Türe ist ein Zeichen, ich bin da, du kannst hereinkommen, ich habe Zeit. Am Handy kann ich manchmal auch erkennen, ob jemand „online“, das heißt „da“ ist.

Wenn ich in eine katholische Kirche gehe, kann ich auch an kleinen Zeichen erkennen, dass wir an die Gegenwart Gottes glauben. Wir glauben, dass Gott und besonders Jesus anwesend ist. Das „ewige Licht“ ist ein sichtbares Zeichen dafür. Ein schwaches Abbild des brennenden Dornbuschs. Ich bin eingeladen, hineinzugehen, einen Besuch zu machen, ein Gespräch zu beginnen, einen Dank oder meine Sorgen zu sagen.
Noch ein zweites Bild ist mir dazu eingefallen, das vor kurzem im Evangelium vorkam und das ich auf meiner Reise nach Assisi in der Basilika San Franceso gesehen und erklärt bekommen habe.
Franziskus mit dem „Joch“, das nicht niederdrückt, weil es von oben gehalten wird.
Vielleicht kann die Teilnahme an den Exerzitien auch für uns spürbar werden lassen, dass Jesu Joch sanft und seine Last leicht ist.
Susanne Kopeszki (RB der BG/PHH der ED Wien 3/2026)