Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Rundbrief 2/2025 Licht und Schatten
Unter dieses Thema hatten wir auch unseren Diözesantag gestellt. In der Vorbereitung auf das Gespräch ist mir vieles dazu eingefallen. Unter anderem Schattenbild, Schattentheater, Schattenspiel, Schattenseite, Schatten-wirtschaft, Halbschatten, ...
Einen Schatten gibt es nur dort, wo Licht auf einen Gegenstand fällt, der nicht oder nur teilweise durchsichtig ist. Ohne Licht gibt es also keinen Schatten. Wenn ich dem Licht zugewandt bin, dann fällt der Schatten hinter mich. Erst wenn das Licht von der Seite oder von hinten kommt, kann ich meinen Schatten sehen. An einem Schatten kann man den Gegenstand nur bedingt erkennen. Er wirkt verzerrt.
Auch kleine Gegenstände können große und lange Schatten werfen, je nachdem von wo die Lichtquelle kommt. Der Ausspruch – du musst über deinen Schatten springen – sagt eigentlich Unmögliches aus. Dazu fiel mir eine Werbung ein, bei der ein kleiner Bub versucht seinen Schatten loszuwerden. Als es ihm dann gelingt darüber zu springen ist er total verblüfft.

Auch in vielen Texten aus der Bibel kommt das Wort Schatten vor. Dabei ist mir aufgefallen, dass es zwei Seiten des Schattens gibt, eine positive, wo der Schatten als Schutz empfunden wird und zur Erholung dient. (Ps 57,2; Ps 17,8; Ps 36,8; Ps 63,8; Ps 91,1; und andere) Wie köstlich ist deine Liebe, Gott! Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel.

In anderen Stellen wird das Leben in seiner Vergänglichkeit mit dem Schatten verglichen. Zum Beispiel in den Psalmen 144,4 Ps 102,12, aber an mehreren Stellen besonders in den Büchern Ijob und Kohelet. Meine Tage schwinden dahin wie Schatten, ich verdorre wie Gras.
Eine Stelle aus der Apostelgeschichte hat mir zu denken gegeben: Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Liegen, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel. (Apg 5,15).  
In Petrus muss etwas vom Auferstandenen Jesus sichtbar und spürbar gewesen sein, dass die Menschen schon von seinem Schatten Heil und Hilfe erhofften.
Wenn ich mein Leben vor Gott, als dem Licht meines Lebens, gestalte, dann kann ich auch einen Blick auf meine Schattenseiten werfen. Sie mit Gottes liebenden Augen sehen lernen und mit seiner Hilfe an ihnen arbeiten und wachsen. Dann darf ich hoffen, dass meine Umgebung auch in meinem Schatten etwas von Gottes Liebe spüren kann.
  Bitten wir nicht nur zu Pfingsten um Gottes Heiligen Geist, sondern an jedem Tag und für alle Tage unseres Lebens.

Atme in uns, heiliger Geist, brenne in uns, wirke in uns, … wir ersehnen dich, so singen wir. (Gotteslob 346) I
n Erinnerung an unsere Exerzitien füge ich für mich noch dazu – bete in mir, Heiliger Geist. Im Hintergrund steht folgende Stelle: So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. (Röm 8,26)

  Susanne Kopeszki (RB der BG/PHH der ED Wien 2/2025)