Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Rundbrief 4/2025 Fürchtet euch nicht
Wenn ich Kindern zuschaue, dann bemerke ich, dass sie oft ohne Furcht auf Dinge zugehen oder Tätigkeiten ausführen, die gefährlich sind, weil sie (noch) nicht Erfahrungen gemacht haben, dass davon eine Gefahr ausgeht. Ältere Menschen werden ängstlich und und fürchten sich zu stürzen, in der Dunkelheit noch aus dem Haus zu gehen, überfallen oder beraubt zu werden. Dahinter steckt ein langes Leben und viele schmerzvolle Erlebnisse.
Kinder lernen dazu, müssen es lernen Gefahren richtig einzuschätzen. Sie verlieren aber die Sorglosigkeit und das Vertrauen auch, wenn ihnen immer wieder gesagt wird, dass sie etwas nicht können, oder Erwachsene überängstlich sind. Eine Kollegin aus einem Dorf in der Steiermark fragt mich immer wieder, ob ich mich nicht fürchte abends z. B. nach einem Besuch in der Volksoper oder einem abendlichen Gottesdienst (allein) nach Hause zu fahren oder zu gehen. Bis jetzt habe ich noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Was ich aber meide sind große Menschenansammlungen und Gedränge. Wenn eine U-Bahn total überfüllt ist, warte ich lieber auf die nächste.
Das ist mir eingefallen als die Schriftstelle Lk 12, 1-7 als Evangelium vorkam. „Tausende Menschen strömten bei Jesus zusammen, sodass es ein gefährliches Gedränge gab“. Es steht nicht wo und warum. In diesem Gedränge beginnt Jesus zu sprechen, scheinbar unbeeindruckt. Er warnt vor Heuchelei, weist daraufhin, dass geheime Gespräche (der Jünger) ans Tageslicht kommen. Dann redet er seine Freunde direkt an: „fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten“. Wahrscheinlich hat er die körperliche Angst der Jünger gesehen oder gespürt. Sie sollen den fürchten, der Macht hat in die Hölle zu werfen. Also besteht die Gefahr das Ziel und die Aufgabe des Lebens zu verfehlen, wenn Gedanken und Verhalten nicht übereinstimmen (Heuchelei).

Gleich danach zeigt er ihnen aber auf, wie wertvoll sie sind, wie wertvoll ich bin. Selbst die Haare sind gezählt, wir sind – ich bin - mehr wert als viele Spatzen.

Bedrängend können aber auch Gedanken sein, ein inneres Gedränge sozusagen, das auch gefährlich werden kann. Sich daran zu erinnern, dass Jesus in gefährlichem äußeren oder inneren Gedränge mit dabei ist, mittendrin, in meiner Nähe, und mir zusagen zu lassen „fürchte dich nicht“ kann beruhigend sein.
  Susanne Kopeszki (RB der BG/PHH der ED Wien 4/2025)