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Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki |
| Rundbrief 1/2026 | Als Botschafter Gottes unterwegs - als Bote, Botin, – mit einer Botschaft |
| Die Worte Botschafter und Botschaft haben mich veranlasst im Internet-Lexikon nachzuschauen. Dort habe ich folgendes gefunden: | |
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Ein Botschafter ist
ein Diplomat und der beamtete oberste Beauftragte eines Staates in einem
anderen Land oder bei einer internationalen Organisation. Er wird vom
Außen-ministerium entsandt und ist der persönliche Repräsentant des Staats-oberhauptes
seines Landes. Seine Aufgabe als Leiter einer Botschaft ist die Vertretung
der Interessen seines Landes gegenüber dem Gastland, was enge Beziehungen
zu Regierung, Opposition und gesellschaftlichen Organisationen im Gastland
erfordert. Ein Botschafter hat die Politik seines Entsendestaats zu vertreten
und dabei die bilateralen Beziehungen zum Empfangsstaat zu pflegen. Ferner
obliegt es ihm, Informationen über die Lage und Entwicklungen im Empfangsstaat
zu sammeln, zu analysieren und zu berichten. |
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| Der offizielle Botschafter des Vatikans wird „Nuntius“ genannt. Das kommt vom lateinischen Wort „nuntiare“ und meint: melden, ankündigen, benachrichtigen, berichten, mitteilen, verkünden. | |
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Im Evangelium ruft Jesus Menschen zu sich, um bei ihm zu sein und um sie dann auszusenden, damit sie verkünden und heilen. (Markus 3, 13-19) In erster Linie sind das die Apostel, die Jünger aber auch viele andere. Oft sind es Geheilte, die zu Verkündern werden. Manche auch trotz des ausdrücklichen Verbots. Letztendlich ist jede/r Getaufte dazu berufen. |
| Ein Botschafter ist daher auch immer ein Gesandter, einer der Beziehungen herstellen und pflegen soll. Er ist in zwei Ländern beheimatet, in dem aus dem er kommt und dort, wohin er gesandt wurde. | |
| Er ist ein Bote, der immer auch eine Nachricht – eine Botschaft – zu überbringen hat. So erlebten wir es bei der Ernennung unseres neuen Erzbischofs bei der Weihe am 24. Jänner - es wurde das Ernennungsdekret vorgelesen. | |
| Was heißt das nun für mich, für uns, die wir von Jesus gerufen sind? | |
| Wenn ich von Gott, von Jesus gerufen und in diese unsere Welt gesendet werde, dann traut er mir zu, etwas von ihm, von seiner Liebe, Güte, Barmherzigkeit zu verkünden, aufzuzeigen, spürbar werden zu lassen. Er beauftragt mich die Beziehung zu ihm und mit ihm zu pflegen, aber auch die Sorgen und Anliegen dieser Welt und der Menschen zu ihm zu bringen. Das geschieht in Gebet und Gottesdienst in der Form der Fürbitten. | |
| Ich habe eine Nachricht, eine Botschaft zu bringen. Diese Nachricht von Gott ist eine gute, frohe, froh-machende Botschaft. Das ist die Bedeutung des Wortes Evangelium. Ob ich mir dessen bewusst bin? Unser neuer Erzbischof weist darauf hin, dass die Kirche einen Schatz hat, den sie uns anzubieten hat, den wir annehmen oder ablehnen können. Damit ist schon die Problematik von Bote und Botschaft klar. | |
| Dazu ist mir ein Referat von einem unserer Bildungskurse eingefallen, wo es um die vier Seiten einer Nachricht und um die vier Ohren eines Empfängers nach Friedemann Schulz von Thun ging. In diesen Bildern werden die Schwierigkeiten in der Kommunikation anschaulich dargestellt. Eine Nachricht braucht einen „Sender“ und einen „Empfänger“. Es wird gezeigt, dass es um eine sachliche Mitteilung geht, um eine Aussage über den, der spricht, über die Beziehung zueinander und darum, dass etwas angeregt werden soll. Der Empfänger kann ebenso mit diesen vier „Ohren“ hören: die Sache, die Selbstaussage, die Beziehung und der Appell. | |
| Wenn ich mit Gottes Botschaft unterwegs bin, geht es um die Sache, ich sage etwas über mich, über die Beziehung zu denen, denen ich die Nachricht bringe und darum, was ich möchte, dass sie tun. Der oder die andere kann und wird die Sache hören, aber auch ob ich glaubhaft bin in meinem Leben, Er/sie wird mithören wie wir zueinander stehen und was erreicht werden soll. | |
| Allein wäre ich mit dieser Aufgabe überfordert. Das wusste auch Jesus und hat seinen Jüngern den Hl. Geist versprochen und gesandt, der auch mir in Taufe und Firmung geschenkt wurde. Mit seiner Hilfe darf ich täglich neu als Botschafterin Gottes, mit seiner guten Botschaft in meine Umgebung gehen und mein Leben gestalten. | |
| „Atme in mir, Heiliger Geist, wirke in mir, bete in mir, … Atem Gottes komm!“ | |
| Susanne Kopeszki (RB der BG/PHH der ED Wien 1/2026) |