Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Rundbrief 1/2014 bete und arbeite

Wenn ich diese Worte höre, dann steht das Gebet und die Arbeit nebeneinander. Es gibt Zeiten fürs Gebet und Zeiten für die Arbeit. Beide haben scheinbar nichts miteinander zu tun. Doch so ist das nicht gemeint. Wir sind eingeladen immer und überall zu beten - auch während der Arbeit, während der Tätigkeiten.

Wie kann das gehen? Wenn ich mir bewusst bin, dass mein ganzes Leben, der ganze Tag, all mein Tun in der Gegenwart Gottes stattfindet, dann wird auch mein Tun "Gottesdienst". Dann weiß ich Gott in der Nähe, weiß mich von ihm gehalten und geborgen. Eine Erinnerung an den gegenwärtigen Gott kann eine Hilfe sein, dass das Gebet mitten in der Arbeit seinen Platz hat.
Eine Benediktinerin, die ich befragt habe, sagte mir, dass sie, wenn ihr etwas gelingt, einfach nur sagt - danke lieber Gott und wenn etwas nicht klappt oder schwer wird - lieber Gott hilf. Gleichförmige einfache Tätigkeiten schaffen für sie die Möglichkeit, Gedanken und Gebete gleichsam als "Begleitmelodie" parallel laufen zu lassen.
Da fällt mir auch meine Oma ein, die zu Beginn einer neuen Tätigkeit oder eines Weges immer sagte - in Gottes Namen fang ich an. Ältere Menschen haben noch so manch andere Stoßgebet, die sie durch den Tag begleiten. Für mich sind Wartezeiten bei der Ampel, Fußwege oder Fahrten mit der Straßenbahn, solche Momente, wo ich an Menschen denken und für sie beten kann. Menschen, die hier arbeiten, wohnen, gewohnt haben, usw. Auch wenn das Telefon klingelt nütze ich die Zeit bis zum Abheben um für die/den Anrufer und die Anliegen zu beten, oder auch wenn ich anrufe, die Zeit bis der/die andere abhebt. Die andere Form Gebet und Arbeit zu verbinden ist die, die Sorgen und Anliegen des Tages ins Gebet zu nehmen. Ich überlege mir in der Früh wer heute mein Gebet besonders braucht, (Geburtstage, Sterbetage, …), wer besondere Sorgen und Probleme hat, für welche Personen(gruppen) ich heute besonders beten will, wer mir begegnen wird, …. . Am Abend kann ich dann nochmals alle Begegnungen und Anliegen der Menschen vor Gott hinlegen und sie seinem Schutz und seiner Begleitung anempfehlen.
  Susanne Kopeszki (RB der ED Wien 1/2014)