Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Paulaner Nachrichten:
September/Oktober 2016
Mutig in die neuen Zeiten
So beginnt die dritte Strophe unserer Bundeshymne, die wir sicher auch am Nationalfeiertag nach den Gottesdiensten singen werden. Ist man nicht versucht, diese Worte der Dichterin Paula von Preradovic mit einem Fragezeichen zu versehen? Ist nicht eine andere, entgegengesetze Haltung weiter verbreitet? Ein kleines Beispiel kann das verdeutlichen. Bei unserer Fragebogenaktion im Herbst 2014 antwortete die Mehrheit auf die Frage, was sie sich für unsere Pfarre wünschen mit: Es möge so bleiben, wie es ist.

Suchen wir ganz allgemein nach Gründen für das „So – Bleiben, für das Verweilen, Beharren“ so könnte man etwa anführen: Man ist halbwegs zufrieden, hat sich´s eingerichtet, alles bleibt im gewohnten Rahmen, Fragen nach dem ´Nachher´ werden vermieden – sie könnten stören; schließlich sollte man die Bequemlichkeit nicht vergessen – ein verbreiteter Verweilfaktor. Nicht selten mag auch das „Sich ergeben, sich abfinden müssen, ich kann nichts ändern“ dazu kommen.

Und doch erfahren wir immer wieder, wie schnell sich das alles ändern kann: Wir erleben den Verlust eines lieben Menschen, langjährige Beziehungen enden plötzlich, die Lebensumstände ändern sich ohne unser Zutun (Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit, Älterwerden, Pension …)

Man wird damit, „gedrängt“ sich auf Neues einzustellen, Bisheriges loszulassen. Das gilt sowohl für das Leben des Einzelnen, aber auch für Gemeinschaften. Denken Sie dabei nur an die Veränderungen, die mit 1.1.2017 unsere Pfarre betreffen, die dann zusammen mit den drei Pfarren des 4. Bezirkes und mit St. Florian die Pfarre zur Frohen Botschaft bilden wird.
Nach dem letzten Bibelgespräch im Juni fragte ich die Teilnehmenden, was wir nach dem Buch Genesis „durchnehmen“ könnten. Nach kurzem Überlegen entschied sich die Mehrheit für das Buch Exodus. In ihm wird der Aufbruch der Israeliten aus Ägypten und der Bundesschluss am Berg Sinai berichtet. Zum Aufbruch gedrängt, machen sie sich, geführt von Mose, auf den Weg hin zum versprochenen, „gelobten“ Land. Nicht nur einmal murren sie unterwegs gegen Mose, weil er sie ihrem Bleiben in Unfreiheit und Sklaverei entrissen und in die Unsicherheit des Neuen geführt hat. Mose ermutigt sie immer wieder, das Neue, Ungewohnte zu wagen, nicht im „Bleiben“ zu verharren, sondern dem starken und treuen Gott zu vertrauen, der sich immer wieder barmherzig den Schwachen, Versagenden und Mutlosen zuwendet.
Mutig in die neuen Zeiten im Vertrauen auf den menschenfreundlichen und barmherzigen Gott das Unterwegssein zu leben mit der Zuversicht, auf ein gutes, von Gott versprochenes Ziel zuzugehen, das galt nicht nur für das Gottesvolk des Alten Bundes, sondern gilt auch für das pilgernde Gottesvolk des Neuen Bundes und jedes Gliedes desselben. Wir haben obendrein in Jesus Christus, dem Immanuel – Gott mit uns – einen treuen und liebevollen Begleiter
  meint Ihr Pfarrer Franz Wilfinger


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