Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Paulaner Nachrichten:
März/April 2006
Das dritte Leben

In den PN Jänner/Feber machte ich auf Veränderungen im Bereich der Schule aufmerksam. Ein Artikel in der Zeitschrift "Lebendige Seelsorge" 56.Jahrgang, Heft 5/2005 verweist auf eine nicht weniger bedeutsame Änderung, die sich aus der höheren Lebenserwartung ergibt. Ich gebe im Folgenden einige Überlegungen aus diesem Artikel wieder:
* "Es wird wichtig, das Alter zu gestalten. Spätestens im Alter sollten wir gelernt haben, worauf es im Leben letztlich ankommt.
  * Wir sind die erste Generation in der Geschichte der Menschheit, die älter wird als alle Generationen vor uns. Was machen wir mit all der Zeit? Wie sollen wir umgehen mit den neuen Möglichkeiten, älter zu werden?
  * Wie stehen die Jungen zu den Älteren? Was erwarten die Älteren von den Jungen?
  * Es besteht jedenfalls die Gefahr für die Älteren, dass die junge Generation schon aus Selbsterhaltungsgründen ein falsches Bild vom Altern entwickelt. Noch schlimmer ist die Folge, dass die Alternden dieses falsche Bild als ihr eigenes übernehmen. Sie werden unzufrieden, misstrauisch, mimosenhaft, lebensmüde und fühlen sich als Belastung.
  * Es ist die Aufgabe der Alternden ein eigenes Selbstbewusstsein beim Älterwerden aufzubauen.
Möglich sind: Leben riskieren von Anfang an bis zuletzt, weise werden, Lebenserfahrung weitergeben, gelassen sein und loslassen können, vorbildlich handeln

 

* Früher hieß es, das Alter mache den Menschen weise. Heute wissen wir, dass es da keinen automatischen Zusammenhang gibt. Es liegt an uns Älteren selbst, ob wir den Schatz der Weisheit finden.

  * Weisheit im länger werdenden Leben könnte bedeuten, eine Haltung zu gewinnen, die über den Dingen stehen lässt und gelassen macht.
  * Gemeint ist eine innere Stärke. Ich bringe den Mut auf, mich mit den dunklen und beschwerenden Seiten meines Lebens anzufreunden, z. B. "dem Langsamwerden der Bewegungen des Körpers und des Geistes".
* Ruhestand kann ja auch bedeuten in Ruhe standhalten.
Man wird alt, wenn man aufhört zu lachen Das Selbstbewusstsein des älter werdenden Menschen sollte auch durch Humor gekennzeichnet sein. Denn Humor, ein Gemisch aus Skepsis und einem Überschuss an Optimismus, kann helfen, den Pessimismus, Krankheiten und die Altersphobie umzudeuten. Humor lebt von der Widersprüchlichkeit zwischen Bangen und Hoffen und übersteigt sie zugleich. Er entspringt dem souveränen Rückblick auf das Leben und aus der Sehnsucht nach abgeklärter Freiheit. "Vielleicht ist das Lachen eine der größten Erfindungen Gottes" schreibt einmal Ephraim Kishon. Lächeln von innen her kann nur, wer das Leben und sich selbst lieben gelernt hat. Humor, Flügel und Fliegen haben etwas gemeinsam. Schon das Lächeln verleiht Flügel. "Wem das Lächeln fehlt, dem fehlt ein Flügel!" Der Humorvolle kann vom Fliegen träumen und so die größere Dimension Gottes berühren.
"Man hört nicht auf zu lachen, wenn man alt wird, aber man wird alt, wenn man aufhört zu lachen." (Jean Nohain)
Lernen, worauf es letztlich ankommt Altern heißt das Kunststück fertig zu bringen, nicht aus der alles umfassenden Liebe zu sich selbst und dem Leben heraus zu fallen.
An Jesus, der an seiner Liebe zu uns gestorben ist, ist abzulesen, dass Gott der vollkommen und also mitleidend Liebende ist. Und diese Liebe sagt: Ich will nicht, dass du untergehst, Gottes Liebe will das Leben. Ich liebe dich heißt, ich will dass du lebst und nicht stirbst. Weil aber das Leid und der Tod zum Leben gehören, will Gott dein Leben über den Tod hinaus. Den liebenden Gott lieben heißt sich in die Hände Gottes fallen lassen.
Abbau der Gefühle des Misstrauens
Vertrauen lernen
Den Draht zur eigenen Innerlichkeit finden
- einige Tipps dazu:
* Es ist gut, sich nicht immer beweisen und unverletzlich sein zu müssen. Es geht darum, sich achten und achten zu lassen.
* Trainiere mitten in den alltäglichen Konflikten deine Spiritualität
* Übe das Loslassen beim Aufräumen, Wohnen, Lesen, Wandern, Kunst ausüben oder genießen, denn sie sind Ausdruck deiner inneren und äußeren Ordnung,
* Nutze die Warteschleifen zum Meditieren, etwa beim Warten an der Kassa oder bei Rot an der Ampel.
* Verstehe deine Spiritualität auch Begleitung anderer
* Genieße das Alleinsein und die Einsamkeit zum Lesen, Musikhören oder Schreiben und zum Beten. Wichtig ist, da die eigene Wohnung zu lieben, aber nicht als Rückzug vor dem Konflikt.
* Gewöhne dir das innere, spontane Beten als Ausdruck deiner persönlichen Hoffnung und deines Vertrauens an. Es können freie oder geformte Gebete sein."
Pfarrer Franz Wilfinger


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