Msgr. Franz Wilfinger und Susanne Kopeszki

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Nachrichtenblatt der Pfarrgemeinde Wieden-Paulaner
Februar 2020
Verzeihen
Es gibt kein menschliches Zusammenleben ohne Verletzungen und Kränkungen, aber auch nicht ohne Verzeihung. Wenn wir einander alles nachtragen, vorhalten und aufrechnen, bleiben wir in einem lebens-zerstörenden Kreislauf stecken. Beim Verzeihen ist es wichtig, dass es nicht vorschnell geschieht und wir einfach die Beleidigung, die Kränkung, überspringen. Dann ist das Problem nicht gelöst, und die Wunde im Herzen eitert weiter, oft jahrelang.
  Viele Menschen kommen nie los von denen, die sie verletzt haben, weil sie nie vergeben haben. Vergebung befreit dich von den Kränkungen, die dir Menschen zugefügt haben. Und sie heilt deine Wunden. Nicht vergebene Kränkungen lähmen.

Warum sollen wir überhaupt verzeihen? Menschlich erklärt, damit wir frei werden von etwas Ungutem, das wir erlitten haben, und frei werden für ein neues Miteinander. Als Glaubende wissen wir uns angenommen von einem liebenden, verzeihenden Gott.

Deshalb beten wir immer wieder: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“ Zudem ist Jesus für Christen der Maßstab ihres Handelns. Sterbend betete er noch am Kreuz: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“
  Vergeben bedeutet, Abschied zu nehmen von dem, was gewesen ist, und erleichtert, auf Neues zuzugehen.
  Pfarrvikar Franz Wilfinger


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